Edith Gerson-Kiwi – Briefe

Forschungsprojekt: Edith Gerson-Kiwi in ihren Briefen

„Von Berlin nach Jerusalem und zurück – Die deutsch- jüdische Musikwissenschaftlerin Edith Gerson-Kiwi (1908-1992) in ihren Briefen“

Projektlaufzeit:
1. Mai 2019 – 31. April 2022

Kooperationspartner:
Hebrew University of Jerusalem: Prof. Edwin Seroussi, Jewish Music Research Center

Im Zentrum des Projekts steht die ideengeschichtliche Herleitung von Edith Gerson-Kiwis wegweisenden wissenschaftlichen Konzepten auf der Grundlage ihrer umfangreichen, mehrere Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts umspannenden Korrespondenz. Die in Berlin geborene deutsche Jüdin gilt als eine der Gründerfiguren der israelischen Musikwissenschaft, als Pionierin auf den Gebieten Musikforschung und Musikerziehung. Sie übte nicht nur Einfluss auf die Entwicklung der Musikwissenschaft in Israel aus, sondern trug auch zur Neuausrichtung der deutschen Musikwissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg bei. Hierbei spielten ihre umfangreichen und über eine große Zeitspanne hinweg gepflegten Kontakte und Briefwechsel mit Kollegen in Deutschland eine tragende Rolle. Trotz ihrer bedeutenden Leistungen ist eine kritische Analyse und Beurteilung von Leben und Schaffen Gerson-Kiwis immer noch ein Desideratum. Das gilt auch für ihre reiche, in ein internationales Netzwerk eingebettete Korrespondenz.

Nach dem Tode Edith Gerson-Kiwis 1992 wurde der größte Teil ihres umfangreichen Nachlasses vom Europäischen Zentrum für Jüdische Musik (EZJM) in Hannover erworben, der kleinere Teil ging an die National Library of Israel (NLI) in Jerusalem. Die Bedeutung dieses Nachlasses ist kaum zu überschätzen: Er lässt nicht nur die Person Edith Gerson- Kiwi und ihre Lebenswege sichtbar werden, sondern auch die Entwicklung ihres wissenschaftlichen Ideengebäudes. Von besonderer Bedeutung sind die Briefe, bilden sie doch ein signifikantes Stück Zeitgeschichte ab – vom nationalsozialistischen Deutschland über das Palästina des britischen Völkerbundmandats und die Staatsgründung 1948 bis hin zum modernen Staat Israel. Die über 4000 Briefe aus den Jahren 1927 bis 1990 umspannen ein facettenreiches Netzwerk an lokalen wie internationalen Korrespondenten und geben Einblick in die Entwicklung der Disziplinen Musikwissenschaft und Musikethnologie sowie in die Entfaltung umfassender wissenschaftlicher Diskurse.

Das geplante Projekt ist interdisziplinär angelegt und basiert auf einer Vielzahl theoretischer und methodischer Ansätze wie Netzwerktheorie, Exilforschung, Digital Humanities und Oral History. Mit einem detaillierten Arbeitsprogramm wollen die kooperierenden Partner EZJM und Jewish Music Research Center einem großen Spektrum an Forschungszielen gerecht werden. Dazu zählen die Publikation einer gemeinsam verfassten Monografie sowie ein digitales Online-Portal, das die Forschungsergebnisse Wissenschaftlern, Studierenden und einer interessierten Öffentlichkeit zur Nachnutzung zur Verfügung stellt.

 

Kontakt

Prof. Dr. Sarah M. Ross
Direktorin des EZJM
T. +49-(0)511-3100-7120
E-Mail: Prof. Dr. Sarah M. Ross

Dr. Regina Randhofer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
T. +49-(0)511-3100-7128
E-Mail: Dr. Regina Randhofer

Projektförderung

Zuletzt bearbeitet: 21.09.2018

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